Samstag. 15. Juni. 2024
Beginn. Der von mir Brigitte Lunzer Rieder gesprochenen Aufzeichnung meiner Lebensgeschichte.

Ich wurde als uneheliche Tochter von Gertrude Hashold und Kurt Pötschger am 2.9.1954 in Klagenfurt geboren.
Meine leiblichen Eltern waren damals ein Paar.
Sie hatten zusammen mit der jüngeren Schwester meiner Mutter und deren Partner Othmar Kremser einen großen Gastronomiebetrieb direkt am Wörthersee gepachtet.
Mein leiblicher Vater war ein hervorragender Sänger.
Während die 2 Schwestern hauptsächlich in der Küche des Betriebes arbeiteten fuhren die 2 jungen Männer mit oft heimlich von der Gendarmerie in Krumpendorf ausgeborgten Autos zu Veranstaltungen um den Wörthersee. Mein Vater war ein beliebter. Sänger. Galt als Stimmungskanone. Und er war attraktiv. Hatte Verehrerinnen. Heute sagt man dazu. Groupies. Fans.
Ich selbst entstand während eines One Night-Stands nach einem dieser. musikalischen Events. Meine Mutter war. von ihrer älteren Schwester und deren Mann. Alfred. Zirnig zu. der. Veranstaltung mitgenommen worden. Alfred. war ebenfalls ein sehr guter Sänger.
Solche Männerchöre gelten in Kärnten als etwas Besonderes. Sind echtes Kulturgut.
Die Männer kannten sich gut. Meine Mutter war damals, um die Weihnachtszeit herum bis Neujahr auf Heimaturlaub. Sie hatte in der Schweiz eine begehrte Aufenthaltserlaubnis erhalten. Arbeitete in einem renommierten Hotel. Als Köchin. Sie wollte aus ihrem Leben etwas machen, Karriere.
Sie war älter als mein Vater. Sie. galt als sehr tüchtig. Und schon längst als hervorragende Köchin.
Kurt Pötschger wiederum war innerhalb seiner Familie. ein später Nachzügler. Auf Kärntnerisch heißt das, er war ein Nesthäkchen. Hatte etliche deutlich ältere Geschwister.

Einer seiner Brüder war beim Grenzschutz. Hatte etwas Einfluss. War wer…sozusagen.
Zum Zeltpunkt des Kennenlernens war Kurt erst 23 Jahre alt. Meine Mutter 28 Jahre.
Kurt war ausgebildeter Tischler. Aber damals war er in der Gendarmerie In Krumpendorf in Ausbildung. Fuhr ebenda gut und auch gerne die Autos dieser Behörde.
Nach den 2 Weltkriegen waren Männer Mangelware. Speziell Jüngere. Gutaussehende. Charmante Männer. Konnten es sich aussuchen. Es gab überall genug Frauen die sich um die wenigen Männer. scharten.
Meine Mutter galt eher als spröde.
Als ich entstand. waren die beiden kein Paar. Es war lustbetonter spontaner Sex nach seiner gesanglichen Performance gewesen.
Noch dazu forciert von der älteren Schwester und deren Mann, dessen Familie in Krumpendorf eine gut gehende Fleischerei besaß.
Meine Großmutter Apollonia Hashold, geborene Altmann, war mit Ihren 4 überlebenden Kindern aus dem Gurktal an den Wörthersee gesiedelt. Ihre 2 älteren Söhne waren im Zweiten Weltkrieg geblieben. Einer starb in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges auf der Krim. Ein weiterer verunfallte als Kind in einem Teich.
Ihre 4 überlebenden Kinder wurden alle über 90 Jahre alt. Die älteste Tochter verstarb 2 Monate vor ihrem 100. Geburtstag.

Meine Großmutter Apollonia Hashold litt viele Jahre an Krebs. War hochintelligent. Sprachlich höchst begabt. Sie konnte spontan in Reimen reden. Sie war als Kind immer die Beste in der ganzen Schule gewesen. Von ihren 4 überlebenden Kindern hielt Sie meine Mutter Gertrude für die Tüchtigste.
Trotzdem bekamen die Töchter nicht annähernd die gute Berufsausbildung wie die Söhne.
Meine Oma mochte die Nazis gar nicht. Im gepachteten Bergbauernhof im Gurktal schickte sie Ihre Kinder oft aus dem Haus wenn Besuch kam und über Politik geredet wurde. Denn der Lehrer der Einheitsschule war ein Elite Nazi. Damals wurden die Kinder ausgefragt nach der Einstellung ihrer Eltern. Da meine Mutter und der jüngste Sohn Paul dem Klischeebild blonder. deutscher Kinder entsprachen, waren auch diese Beiden Lieblinge dieses Lehrers.
Die älteste Tochter Friedel, drahtig-kleinwüchsig, dunkelhaarig, und die Jüngste, Erna entsprachen diesem Nazi Menschenbild eher nicht.
Friedel musste als Mädchen mit 11 Jahren sogar ihr Elternhaus verlassen und wurde zu Verwandten nach Jugoslawien geschickt, um sich dort ihren Unterhalt mit harter Arbeit zu verdienen. Dabei muss sie arge Sachen erlebt haben. Die Sie mir immer nur andeutete.
Sicher spielten diese, ihre Erfahrungen mit, dass sie nach Ende des Zweiten Weltkrieges zum Wörthersee übersiedelt, beste Kontakte zur englischen Besatzungsmacht aufbaute.
Die Töchter mussten mit ihrem Verdienst die schwerkranke Mutter erhalten.
Deren Mann und Vater der jüngeren Kinder war während eines Krankenhausaufenthaltes in Wien verstorben. Viel mehr konnte ich nie darüber erfahren.
Ja, es gab und gibt mehrere Familiengeheimnisse die mit ins Grab genommen wurden.
Meine Mutter fuhr also Anfang 1954 zurück in die Schweiz. Um dort in ihrer Arbeitsstelle voller Zukunftschancen weiter zu arbeiten. Unwissend, dass sie schwanger geworden war. Als sie es merkte, befand sie sich in einem riesigen Dilemma,
In der Schweiz war es damals Ausländerinnen strikte verboten, als Schwangere im Land zu bleiben. Abtreibungen waren sowieso überall strikte verboten.
Also fuhr meine Mutter zurück zur Familie am Wörthersee. Versuchte vor Ort einen Arzt zu finden. Der eine illegale Abtreibung machen würde. Davon gab es nur sehr wenige. Meine ältere Tante half ihr dabei.
Aber nur scheinbar. Als Gertrude zum Termin kam weigerte sich der Arzt den Eingriff durchzuführen. Redete meiner Mutter gut zu.
*Ihr Kind hätte auf jeden Fall einen guten Platz im Leben. Die ältere Schwester wünschte sich ohnehin noch ein Kind und könne selbst kein zweites mehr bekommen*
Die Beiden hatten sich längst abgesprochen. Meine Taufpatin hatte ein paar Jahre davor einen Sohn mit Kaiserschnitt bekommen. Und konnte -gesundheitlich angeschlagen- kein weiteres Kind austragen. Sie kränkelte auch zeitlebens. Brauchte ständig ärztliche Behandlung. Und wurde trotzdem fast 100 Jahre alt. Ihr Sohn gründete später früh eine eigene Familie mit mehreren Kindern.
Mein leiblicher Vater Kurt Pötschger hatte damals auch eine sehr lockere Beziehung zu einer jüngeren Frau. Diese knapp 20 jährige arbeitete ebenfalls in der Wörthersee Gastronomie. Und war ebenfalls grad von ihm schwanger geworden.
Dieser Halbbruder ist nur etwas über 2 Monate älter als ich. Wir haben seit einigen Jahren eine gute Beziehung miteinander. Lernten uns erst vor 8 Jahren überhaupt kennen.
Die gesamte soziale Konstellation der Beteiligten stellt sich für mich im Nachhinein so dar:
Da ist eine noch junge, sehr ehrgeizige und tüchtige Frau. Die reale Chancen auf eine tolle Karriere in der Schweiz hat. In diesem Land schon einen guten Job besitzt. In einem Land, in dem Ausländerinnen nicht schwanger sein dürfen.
Meine Mutter war zu Hause im Urlaub von ihrer älteren Schwester und deren Partner, einem allseits begehrten Womanizer geradezu zugeführt worden. Hatte auf diesem Musikerfest mit Kurt Pötschger und voll Alkohol und im Ausnahmezustand danach einen One Night stand mit ihm.
...wurde sofort schwanger.
Sie fährt zurück in die Schweiz. Anfangs unwissend über ihre Schwangerschaft. Mit mir.
Derweil hofft die andere, jüngere Frau, mit Hilfe ihrer Schwangerschaft diesen begehrten Mann an sich zu binden.
Zeitgleich spinnt die kluge ältere Schwester Ihre Intrigen. Sie will, dass die Tüchtige, gesündere jüngere Schwester wieder zu Hause ihr Geld verdient, den großen Familieninteressen zuarbeitet usw.. Auch um mitzuhelfen, die. gemeinsame Mutter zu erhalten. Und wenn dabei noch ein Kind herauskommt, ist das auch kein Schaden. Dabei wird kräftig nachgeholfen.
Meiner Mutter blieb dann keine Wahl. Sie musste zurück nach Kärnten. Zur Großfamilie an den Wörthersee.
Der zu der Zeit kräftig boomte als Touristen-Hot-Spot. Vor Allem für Reiche & Schöne. Mittendrin ein junger, fescher Sänger und Musiker, der damals öffentlich auftreten durfte.
Anders als z.B. ein vom NAZI-Vater beeinträchtigter junger Musiker und Sänger, der später weltberühmt wurde. (Udo Jürgens)
Die Engländer hatten die ersten Jahre nach WW2 dazu strikte Regeln.
Kaum war meine Mutter zurückgekommen, wurden alle Hebeln der Familienclans bewegt, um der Jugend beste Existenzchancen zu organisieren.
Ein großer Gastronomiebetrieb direkt am See, mitten in Pörtschach, wurde gepachtet. Als Gemeinschaftsprojekt.
Mein Vater `lief`mit fliegenden Fahnen (auch im Wortsinn des Alkohols) zur etwas älteren Frau um mit ihr eine feste Beziehung zu begründen. Die schwangere jüngere Frau verschwieg er dabei, wohlweislich…
All diese Lügen bewirkten aber in weiterer Folge eine katastrophale Gemengelage. Deren Opfer vor Allem dann ich wurde. Als hilflosestes kleines neues Mitglied dieser Familien.
Aber es gab nicht nur Negatives für mich in der ersten Zeit meines Lebens.
Ich war nur 2,60 kg schwer. Oder leicht. Die Geburt jedenfalls war sehr flott und problemlos verlaufen. Ich war gesund, ein fröhliches, unproblematisches Baby. Das gerne lachte, mit allen sofort kommunizierte. Wie es so ist in einem solchen Betrieb machten Viele gerne ihre Baby-Faxerln mit mir, während ich im Körbchen lag. Bald danach bekam auch die jüngere Schwester ihr erstes Kind, ebenfalls ein Mädchen.
Deren Papa -mit meinem Papa bestens befreundet- war aber noch mit einer anderen Frau verheiratet. Deto mit einer Tochter im Beziehungsverbund.
Onkel Othmar ließ sich bald darauf scheiden und heiratete mein jüngere Tante. Sie bekamen später eine zweite Tochter. Auch diese Personen spielten in meinem Leben zeitweise eine große Rolle…
Ich selbst verstand mich viele Jahre später als eine Art von *CLANKIND*. Das durch viel mehr an gewolltem Zutun mehrerer Personen als nur von den zwei Elternteilen entstanden war…
Auch bei der frühen Sozialisation. Deren Grundlagen gar nicht wichtig genug eingeschätzt werden sollten.
Anfangs lief es relativ gut mit dem fordernden Gastro-Betrieb der Oberklasse. Das Fleisch lieferte die Familie von Onkel Alfred, für die begehrte Unterhaltung wurde ebenfalls von ihm zusammen mit meinem Vater gesorgt, die zwei Schwestern `schupften`(schwanger!) die Küche, Tante Friedl organisierte und betrieb Kontaktpflege vom Feinsten usw…
Mutti pflegte damals gerne am frühen Morgen quer – durch den Wörthersee zu schwimmen. Bei Pörtschach ist dieser nicht am breitesten, aber hin & retour ists doch ein beachtliches Stück.
Wenn es ihr wieder einmal gelungen war, steckte sie sich stolz eine Blume ins Haar.
Danach wurde gearbeitet. Bis spät in die Nacht hinein.
Ich `lief`so mit…wurde gut versorgt. Aber nicht extra verwöhnt dabei. Die Besonderheit waren diese vielen Personen rundum. Die mich von Anfang an als *soo süsses Baby* mit Aufmerksamkeiten der sehr kurzen Spielart mitbetreuten…Mitarbeitende (Frauen), Gäste, Verwandte…und; meine Oma. Die vernarrte sich rasch in ihre kleine Enkelin…

Meiner Mutter konnte das nur recht sein.
Die Beziehung zu Kurt war in eine Verlobung gemündet. Eine zweite Schwangerschaft bald nach meiner Geburt entstanden.
Da kam plötzlich ein Brief der Behörde ins Haus. Er solle sich zur Vaterschaft eines Sohnes -wenig älter als ich- bekennen und anfangen, Alimente zu zahlen..
Fertig war der Riesenkrach. Solche Art von Lügen verzieh meine Mutter nicht!
Damals müssen insgesamt heftigere Dinge vorgefallen sein…über die mir später innert der mütterlichen Familie nie Näheres erzählt wurde…erst jetzt , in letzter Zeit, erfuhr ich Etwas darüber. Von den Verwandten väterlicherseits. Denen der Kontakt zu mir fast mein Leben lang hindurch -deto mit viel Lügnereien!- aber aktiv unterbunden worden war. Mit paarmal heftigsten Aggressionsausbrüchen verbunden, wenn ich mehr wissen wollte!
Meine Mutter machte eine heimliche Abtreibung des potentiellen Geschwisterls von mir…es gab dann angeblich sogar einen Suizidversuch von Kurt…Gewaltexcesse…die Beziehung meiner leiblichen Eltern zerbrach jedenfalls unter ärgsten Umständen.
Garniert auch noch davon, dass ihm zeitgleich seine Ausbildung zum Gendarmen zerstört wurde. Er hatte als Fahrer öfter die Autos vom Stützpunkt in Krumpendorf heimlich ausgeborgt`, um so samt seinen Kumpels (mein Onkel Paul, Onkel Othmar mit dabei) zu anderen Gesangsdarbietungen rund um den Wörthersee zu fahren.
Oft erzählte mir meine Mutter voller Empörung, dass er sich dafür sogar extra einen maßgeschneiderten weißen Anzug machen hätte lassen. Dessen Rechnung dann sie hätte bezahlen sollen. Aus der -gemeinsamen- Kassa des Gastro-Betriebes!
Mir kommen solche `Sünden`im Nachhinein eher als sehr lässliche vor. Ein sehr guter Sänger und Entertainer, der immer für viele extra Gäste zu bringen`gut war`, und dann will er dafür wenigstens ein passendes, herzeigbares Outfit bekommen?
Braucht für seine Auftritte ein Fahrzeug? Und?
Warum haben`s ihn denn nicht für seine Leistungen -musikalischer Art-extra etwas bezahlt?
Die Beziehung der jüngeren Schwester hielt dagegen. Ein Leben lang. Sehr gut sogar. Wurde eines der Vorbilder für mich, wie es -eine relativ glückliche, lange Ehe- auch in diesem verkorksten Gesellschaftssystem trotzdem noch geben konnte.
Othmar ging später zum Bundesheer, machte da Karriere. Wurde Offizier bis in obere Ränge. Half mir auch oft beim Überleben.
Auch Friedl und Alfred blieben zeitlebens zusammen.
Aber damals waren alle diese jungen Männer zw. 20 und dreißig Jahre noch ziemlich wild unterwegs gewesen. Auch der jüngste Bruder meiner Mutter (die ihn immer vergöttert hat, immer verteidigte) .
Fehler wurden innert meiner mütterlichen Familie offenbar NUR meinem Vater angekreidet!
Was dessen deto große Familie natürlich sehr erzürnte…
Ja, er war damals sicher noch sehr unreif gewesen. Auch verführt von seiner starken Wirkung auf Frauen.. und vmtl. auch Männern.
Ich bin ihm angeblich sehr ähnlich. Nicht nur optisch. Auch im Wesen, in den starken Begabungen usw… und von daher kann ich so Einiges nachvollziehen…was mit ihm damals war.
Die junge Mutter seines ersten unehelichen Kindes ließ -sicher völlig frustriert- ihr Baby dann einfach zurück bei der Gastronomen-Familie wo sie gearbeitet hatte. Wollte nichts mehr von ihrem Erstgeborenen wissen. Die Frau innert deren Gastrofamilie hatte schon ein eigenes Kleinkind, und nahm sich darüber hinaus des liebenswürdigen Babys an. Wurde dessen soziale Mutter. Dieser Sohn aber verweigerte bis Heute jedweden Kontakt zur leiblichen Mutter…auch zu seinen zahlreichen Halbgeschwistern.
Auch das ist oft typisch. Solche Blockaden werden öfter weitergetragen. Über Generationen hinweg.
Diese Frau heiratete später einen anderen Mann, der Bürgermeister seines Heimatortes wurde. Bekam mit ihm zehn weitere Kinder.
Viele sagen zu solchen Geschichten; *das seien typische Kärntner Verhältnisse*…tja.
Mitten im Riesenschlamassel und der folgenden Auflösung -oder Pleite?- des Gastro-Betriebes holte meine Großmutter mich zu sich ins gemietete Haus in Krumpendorf.
Meine Mutter wurde nach der Wörthersee-Sache subito von der Grafenfamilie Goess in Ebenthal als Chefin des beachtlichen Gasthofes -dem Schlossgasthof- vor Ort geholt. Die zwei Anwesen liegen fast direkt nebeneinander. Das Schloss dieser in Kärnten sehr mächtigen Adelsfamilie und deren großer Gasthof.
Mom hatte schon vor ihrem Versuch, in der Schweiz beruflich Fuß zu fassen, für Adelige in Kärnten gearbeitet. Sie genoss in diesen Kreisen einen guten Ruf. Als verlässliche, kluge, tüchtige Frau mit spezielleren Führungsskills (wie heute gesagt wird).
In einer dieser Adeligenfamilien gab es einen behinderten Sohn. Sie erzählte mir dann paarmal, dass es gerne gesehen worden wäre, wenn sie diesen jungen Mann geheiratet hätte…sozusagen als ihn gut versorgende, möglichst auch gesunden Nachwuchs bringende weiblich verkörperte Blutauffrischung…,sie hatte das aber abgelehnt…ihre eigene Lust am Leben-samt sexueller Anziehungskraft- war ihr da wohl zu wichtig gewesen. Sie ging raus aus diesem Arbeitsplatz.
Durchaus auch eine bemerkenswerte kleine Lebensstory bei ihrer Geschichte.
Als sehr ehrgeizige junge Frau aus eher ärmlichen Verhältnissen…sowas an sozialer Aufstiegsmöglichkeit auszuschlagen.
Aber dafür hatte sie absolut keine gute Hand in ihrer eigenen Beziehungswahl gezeigt. Weder bei meinem leiblichen Vater, noch später bei meinem Stiefvater Hans Rieder.
Von weiteren Beziehungen zu Männern weiß ich nichts. Ob sie solche geheim gehalten hat? Gab es gar keine?
Im Schlossgasthof in Ebenthal hatte ich es recht gut wenn ich da war. Wie üblich in solchen Gastro-Betrieben lief ich als Kleinkind einfach mit. Wurde beim Essen gut versorgt. Bekam jede Menge an Aufmerksamkeiten von den (fast nur männlichen) Gästen, den (weiblichen) Mitarbeiterinnen, es war real immer wer für mich da, und wenn nicht, holte ich mir einfach die gewünschte Zuwendung. Sehr aktiv,
Dann gabs ums Eck im Schloss die Gräfin Goess. Sowie der in einem kleinen Haus auf dem Areal lebenden früheren Kinderfrau der Grafenfamilie. Die viele Katzen versorgte. Sozial sehr gut vernetzt war mit den zahlreichen Familienmitgliedern dieser Adeligen.
Diese Goess hatten sieben -oder acht?- eigene Kinder. Ich passte zum unteren Ende dazu. Die Gräfin mochte mich, ich durfte öfter auf Besuch kommen.
Was eine große Ehre war. Dafür wurden mir bald extra hübsche Kleider geschneidert.
In Krumpendorf lebte meine Großmutter. Deren eine Nachbarin war ebenfalls eine Adelige, den Namen weiß ich nicht mehr. Deren einzige Tochter war Jahre davor als einziges Todesopfer bei einem Zugsunglück ums junge Leben gekommen. Die zwei Frauen waren gut befreundet.
DIE MENSCHIN - Brigitte Lunzer-Rieder - info@diemenschin.at