Denken. DAS mach ich gerade... gehört zu meinen höchstpersönlichen Psycho-Schäden. Analog zum berühmten Filmtitel *from hell* muss ich hier gestehen; ich bin auch eine Art von `Psychopathin`, geformt *VON OMA*. Ja, meine unendlich kluge Grossmutter (mütterlicherseits), Apollonia Hashold, geborene Altmann, hat mich bewusst und sehr nachhaltig schon als Kleinkind zu EINEM hin erzogen; *die Wahrheit zu sagen*. Sie selbst hatte sieben Kinder, 4 Buben und drei Mädchen. Lebte während zweier Weltkriege in einem kleinen Bergbauerhof nahe Gurk (Kärnten). Die ersten drei Söhne starben früh; einer ertrank, zwei blieben im Krieg...den vierten Sohn retteten sie -die Familie- nur knappest vorm Kriegstod (Stichwort dazu; Letztaufgebote der Nazis an der Heimatfrontmit, er war da 15..). Die Töchter überlebten den ganzen Kriegswahnsinn. Die älteste, meine Taufpatin Tante Friedl (früher eine bekannte Gastronomin in Klagenfurt, sie führte samt Gatten zB den Pumpe, das Schweizerhaus...) hat heuer den 100. Geburtstag (2 Monate davor verstorben). Auch sie hat mich oft bei sich gehabt & damit geprägt. Meine Mom wird 94 (verstorben, Text war von 2019), die Jüngste -bei der ich ebenfalls oft lebte- wurde kürzlich 90. Der einzige überlebende Sohn starb zu Weihnachten mit 89. Was ich damit ausdrücke, ist, wie kompetent und lebenstüchtig und unendlich klug diese meine Oma gewesen war...sie schrieb auch Tagebuch. In Krumpendorf, wo Omi die letzten Jahre ihres Lebens wohnte, war ihre beste Freundin eine Adelige in der Nachbarschaft. Deren einzige Tochter als einziges Todesopfer bei einem Bahnunfall (glaube ich) ums gestorben war. Auch diese Frau `adoptierte`mich psychisch, und lehrte mich viel. Diese zwei älteren Frauen prägten mich in meiner frühesten Kindheit zutiefst. Ich lernte zB sehr gut Hochdeutsch, bekam ab 3 1/2 Jahren Musik und Tanzunterricht, wegen meinen X-Beinen wurde ein Spezialist aufgesucht, ich musste teure Schienen gegen diesen kleinen Schönheitsfehler tragen etc.., all das war ein ungewöhnlicher Aufwand für ein uneheliches Kind, einem Mädchen, dessen Herkunft offiziell `nur`kleinbäuerlicher Art war...

Omi war da längst todkrank. starb real langsam und grausam an einer Krebsart, die sie regelrecht auffrass... derweil arbeitete meine tüchtige Mutter -die unseren Lebensunterhalt finanzierte- für eine der wichtigsten Adeligenfamilie Kärntens; den GOES, in Ebenthal. Sie führte als Frau den grossen Gasthof neben dem Schloss. Ich pendelte dann bald hin und her; ab 4 Jahren fuhr ich zB ALLEINE im Bus von Krumpendorf aus nach Klagenfurt, stieg dort um, und fuhr dann mit dem nächsten Bus bis nach Ebenthal, um zur Mutter zu kommen. Paar Tage hier, paar Tage dort. Zeitlang -mit 5- dann bei Tante Friedl und Onkel Alfred ( der auch guter Sänger war), ich lebte Monate im Pumpe mit (berühmter Klagenfurter Gasthof beim Markt) Ja, das war auch damals schon ungewöhnlich, ein kleines Mädchen, das so selbstständig unterwegs sein kann. So selbstbewusst war, so altklug, charmant, frech...sich unter Erwachsenen behauptete. Aber das Wesentlichste an Input für mich war; VON OMA. Diese Sache mit der WAHRHEIT, die sie mir so inbrünstig und tief eingeimpft hatte! Ihr hatten die 2 Weltkriege ihre Partner und Väter ihrer Kinder genommen, und die Nazis mit ihrem Wahnsinn die 2 Söhne...und unter allen ihren Kindern hatten diese Kräfte auch sonst schwerst gewütet; mit dem Rassenwahn. Ihre blonden Kinder mit `germanischen` Körpermerkmalen galten über den Nazi-Elitelehrer und dessen Kumpane im Gurktal plötzlich dann als `wertvolle Übermenschen`, die dunkelhaarigen Kinder mit optisch tlw. `slawischem` Typus dagegen wurden bewusst sozial deklassiert. Diese Auswirkungen des damals herrschenden Nazi-Rassenwahns wirkten zerstörerisch. Oma hielt dagegen, kämpfte um ihre Familie, half auch öfter Verwandten aus Wien beim Überleben, wenn diese aus der hungernden Grossstadt zu ihr auf den Bergbauernhof kamen, wo es immer noch etwas zu Essen gab...und diese erzählten dann viel...sie schickte dann diejenigen ihrer Kinder, die vom Nazi-Lehrer mental vergiftet worden waren, weg aus dem Haus. Um ungestörter reden zu können. Der Riss -von aussen reingetragen- ging auch durch ihre Familie quer-durch... es trugen diese gehirngewaschenen Kinder ja alle Infos prompt zum Herrn Lehrer weiter. Es galt ja die Bespitzelungspflicht...die Wut und Verzweiflung der Mutter von sieben Kindern muss da grenzenlos gewesen sein! Nach Kriegsende zogen sie weg. Als dann über 1 Jahrzehnt später die eine mittlere BLONDE Tochter -meine Mutter- prompt mit dem Produkt eines Fehltrittes -mich- ankam, packte OMA ihre letzte Lebensschance, sich zu `rächen`, und ihre eigenen Überzeugungen weiterzugeben, am dunkelhaarigen Kinderschopf und impfte das kleine, kluge, hochbegabte Mädchenhirn darunter konzentriert mit so ziemlich Allem an unfassbar reichlichem Lebenswissen, dass sie hatte...samt bewussten Schulungen, Kursen (Tanzen), yes, ***I am from GRANDMA***
Was wäre die Entwicklung der Menschheit ohne Grossmütter?
Ich -ihre erste Enkelin- hätte auch nach ihr, meiner Oma, APOLLONIA benannt werden sollen. Tante Friedl als Taufpatin verhinderte das. Dieser Name war ihr zu altmodisch. So bekam ich als ersten Namen BRIGITTE, nach dem damals grad` berühmt werdenden Star Brigitte Bardot. Ich hätte ja auch so einen schönen Mund & hübsches Gesicht...tja. Heute, selbst nun im Alter, als meine Oma starb, weiss ich, welch ungeheure Lebensleistung diese hochintelligente, edle, tapfere und mutige Frau gebracht hatte; nicht nur, dass sie ihre Kinder so gut versorgte, dass bis auf den einen Unfalltod eines Sohnes alle ihre Kinder während zweier Weltkriege (!) gesund und wohlgenährt gross wurden, sie hatte sich auch ihre eigene Integrität bewahrt, ihren urchristlich geprägten Widerstandsgeist, samt der gelebten Klugheit, zu wissen, wann vorübergehend doch wieder mal eine etwas opportunistischere Anpassungshaltung nötig war, zum schlichten Überleben...... aber dann, am Ende ihres Lebens, setzte sie ALLES ein, um ihr eigentlich wertvollstes Wissen mit Hilfe der kleinen Enkelin in die Welt zu tragen; DAS MIT DER WAHRHEITSLIEBE. *Brigitteli, du musst IMMER bei der Wahrheit bleiben!* Genau DAS sagte sie mir immer und immer wieder, wenn ich -eh ganz normal- als Kind dann doch mal wo schwindelte, setzte es was, das liess sie mir gar nicht durchgehen, obwohl sonst Omi ein eher gemütlicher, grosszügiger Typ war... mit einem Schatz an Sinnsprüchen für alle Lebenslagen; `der Herrgott hat einen grossen Krautgarten, alle scheinen gleich zu sein, aber schaust genau hin, dann siehst; alle Krauthäupl sich auch verschieden´. Oder den (bei Problemen); `Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott`. (Das ist ein bekannter Sinnspruch hierzulande) Pause. Dann der Nachsatz von ihr dazu, `du bist nämlich auch ein Teil dessen, was die Menschen so als Gott meinen`. Überall sei Gott mit dabei. Ihre Art der Religiosität kam von uralter Zeit des Urchristentums getragen. Als vor paar Jahrzehnten in der Kleinregion Gurk-Mettnitztal in Sichtweite voneinander zwei kleine Kirchenreste aus der ersten Zeit des Christentums hierzulande gefunden wurden, die damaligen Strömungen zugehörig waren, beide gleich gross, gleich gut ausgestattet, empfand ich Stolz; meine Vorfahren lebten damals faires soziales Zusammenleben. Zu mir heute; ich kann gar nicht anders. Ich FÜHLE mich zutiefst - per Omas Gesetz in mir drin verankert - dem Wissen verpflichtet, das ***ICH*** als jeweilige Wahrheit sehe... ja, ich lebe auch zeitlebens danach.
DIE MENSCHIN - Brigitte Lunzer-Rieder - info@diemenschin.at